Schluss mit den „Gedanken-Ameisen“: Wie du negative Denkmuster erkennst und stoppst!
Kaum aufgewacht und schon beginnt der Kopf zu rasen? Dann kennst du das Gefühl, wenn plötzlich ein Gedanke durch deinen Kopf krabbelt – und auf einmal alles schwer, hektisch oder traurig ist…
Vielleicht hast du dich schon mal gefragt, warum dich bestimmte Gedanken immer wieder heimsuchen, obwohl du eigentlich weisst, dass sie dich nur runterziehen.
Willkommen in der Welt der „ANTs“ – den Automatic Negative Thoughts, wie sie Dr. Daniel Amen nennt, oder auf Deutsch: den automatischen negativen Gedanken.
🐜 Was sind ANTs 🐜 – und warum sind sie so gemein?
Stell dir vor, dein Gehirn ist wie ein Garten. Und manchmal tauchen da so kleine, lästige Ameisen auf, die alles durcheinanderbringen. Die Ameisen sind deine ANTs – automatische, negative Gedanken, die blitzschnell auftauchen und dich in alte Muster schubsen. Sie sagen Dinge wie:
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„Ich schaffe das sowieso nicht.“
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„Alle anderen bekommen das besser hin als ich.“
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„Ich bin zu sensibel, zu chaotisch, zu langsam…“
Solche Gedanken sind wie kleine Piekser im Alltag. Denn jeder Gedanke, den wir denken, setzt Botenstoffe im Hirn frei und diese bestimmen, wie wir uns fühlen. Dies stimmt aber auch für positive Gedanken – zum Glück. 🙃
ANTs machen einen unsicher, nehmen die Energie und halten davon ab, Neues auszuprobieren. Sie können uns auch anlügen, weil sie oft Dinge erzählen, die bei genauer Prüfung gar nicht wahr sind…
Besonders bei ADHS oder einer hohen Sensibilität auf Reize – denn jeder Reiz kann sie auslösen – sind diese ANTs oft laut und richtig hartnäckig.
Die 9 häufigsten „Gedanken-Ameisen“ – so erkennst du sie
Laut Dr. Amen gibt es verschiedene Arten von ANTs. Hier sind einige, die du vielleicht kennst:
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Immer-alles-ANT: „Immer mache ich alles falsch!“
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Nie-ANT: „Nie hört mir jemand zu!“
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Katastrophen-ANT: „Wenn ich das jetzt verhaue, ist alles vorbei!“
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Gedankenleser-ANT: „Die anderen denken bestimmt, ich bin komisch.“
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Schuldzuweisungs-ANT: „Das ist alles meine Schuld.“
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Vergleichs-ANT: „Andere sind viel besser als ich.“
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Alles-oder-nichts-ANT: „Entweder ich mache es perfekt, oder gar nicht.“
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Gefühls-ANT: „Weil ich mich schlecht fühle, stimmt bestimmt was nicht mit mir.“
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Sollte-ANT: „Ich sollte viel disziplinierter sein!“
Falls du einige der ANTs in deinen Gedanken wiederkennst, kannst du dich entspannen – du bist in guter Gesellschaft! ❤️
Die gute Nachricht ist, dass wir unsere Gedanken trainieren können.
Wie fühlen sich ANTs an? Lausche deinem Körper!
Oft merken wir negative Gedanken zuerst im Körper: Herzklopfen, flacher Atem, ein Kloß im Hals, Unruhe im Bauch oder plötzlich ist da gar keine Energie für irgendetwas da. Und das ist kein Zufall! Gedanken und Gefühle sind ein Team. Wenn eine ANT aktiv wird, reagiert dein Körper sofort. Spüre heute mal bewusst in dich hinein: Was passiert, wenn ein negativer Gedanke auftaucht?
Der erste Schritt: ANTs aufspüren und benennen
Bevor du deine ANTs loswirst, musst du sie erkennen. Das geht ganz einfach:
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Jedes Mal, wenn da ein unangenehmes Gefühl auftaucht, achte auf deine Gedanken – besonders in stressigen Momenten.
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Schreibe sie auf – am besten sofort, z.B. ins Handy oder ein Notizbuch.
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Benenne die ANT-Art – z.B. „Immer-alles-ANT“ oder „Katastrophen-ANT“.
Allein das Benennen nimmt den Gedanken schon viel Macht, denn du merkst: Das ist nur eine Gedanken-Ameise – kein Monster!
ANTs stoppen: 5 Fragen, die alles verändern können
Sobald die Gedanken-Ameise identifiziert ist, kommt der Moment sie zu transformieren 😎
Stelle dir bei jedem negativen Gedanken folgende Fragen (inspiriert von Byron Katie).
Nimm dir für jede Frage einen Moment Zeit und beantworte die Fragen ehrlich:
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Ist dieser Gedanke wirklich wahr?
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Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass er wahr ist?
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Wer bin ich mit diesem Gedanken:
– Wie fühle ich mich, wenn ich diesen Gedanken denke?
– Wie handle ich, wenn ich diesen Gedanken denke?
– Was ist das Resultat, wenn ich diesen Gedanken glaube? -
Wer wäre ich ohne diesen Gedanken:
– Wie würde ich mich fühlen ohne diesen Gedanken?
– Wie würde ich handeln ohne diesen Gedanken?
– Was ist das Resultat, das ich habe ohne diesen Gedanken - Nimm den Gedanken und drehe ihn ins Gegenteil und frage dich:
Sind das gute bzw. harmlose Neuigkeiten?
(Meistens ist es so…) - Womit davon kann ich nicht umgehen?
(In der Regel kann ich alles davon handeln…und sonst hole ich mir Hilfe, denn jetzt weiss ich, wo das Problem liegt.)
Wenn du hier angekommen bist, atme tief durch und versetze dich in die Situation des positiven Bildes, das du neu gewonnen hast. Du wirst staunen, wie schnell sich dein Blick auf die Situation verändern kann!
Mein Tipp: Werde zum „ANT-Verwandler“!
Mach es dir zur Gewohnheit, deine ANTs zu beobachten, zu benennen und zu hinterfragen. Du wirst merken: Mit jedem Mal werden sie leiser – und du stärker! Du bist nicht deine Gedanken. Du bist der bzw. die Gärtner:in deines eigenen Kopf-Gartens.
Schreib mir gern, welche Ameise dich heute begleitet hat – ich freue mich auf deine Nachricht! 💚
Alles Liebe
Simone
Quellen:
Daniel Amen: „Change Your Brain, Change Your Life“
Byron Katie: „The Work“